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Wenn sich ein Konflikt auftut, sollten die Betroffenen zunächst
ein Gespräch suchen. Das fällt konfliktscheuen Menschen
natürlich schwerer als konfliktfreudigen. Versuchen Sie, Ihren
Konflikt zuerst allein beizulegen. Dazu empfehle ich Ihnen folgendes:
1. Wer soll teilnehmen?
Alle direkt Beteiligten sollten involviert sein. Auch indirekt Beteiligte
können einbezogen werden, wenn Sie am Ende vom Ergebnis unmittelbar
betroffen sein werden.
2. Wo?
Das Gespräch sollte an einem Ort stattfinden, der für alle
Betroffenen „neutral“ ist.
3. Welches Thema besprechen wir?
Was ist das Problem? Welche Ursachen könnte es geben? Wichtig:
keine Schuldzuweisungen („VW-Regel“: Vorwürfe vermeiden
– Wünsche formulieren)
4. Sichtweisen der Beteiligten:
Was sind die eigentlichen Interessen? Was will jeder am Ende wirklich?
5. Aufschreiben von Lösungsideen
Schreiben Sie alle möglichen Ideen auf, ohne diese zu kommentieren.
6. Besprechen der Lösungsmöglichkeiten
Jede/r hat Gelegenheit, die Ideen zu bewerten (z.B. Bewertung nach
Schulnotensystem)
7. Tauglichkeit der Lösungen besprechen
Wie realistisch ist die Umsetzung der Lösung? Kann sie auch langfristig
halten?
8. Die Lösung schriftlich festhalten
Alles Schriftliche hat eine höhere Präzision und Verbindlichkeit.
Ev. auch: Aktionsplan / To-Do-Liste
9. Follow-up:
Ich empfehle einen Folgetermin nach 1 bis 2 Monaten. So sehen Sie,
ob die Vereinbarungen halten und oder noch verbesserungsbedürftig
sind.
Sollte Ihr Konfliktgespräch nicht den gewünschten Erfolg
erzielen, ziehen Sie am besten einen Moderator hinzu. Durch seine
Distanz zu den Streitpunkten kann er helfen, Struktur und Ruhe in
das Gespräch zu bringen.
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